Home Blog Make vs Zapier: Der große Vergleich für KMU 2026

Make vs Zapier: Der große Vergleich für KMU 2026

Manuelle Dateneingaben, Copy-Paste zwischen Systemen, vergessene Follow-up-E-Mails — viele KMU verschwenden täglich wertvolle Stunden mit Aufgaben, die ein Automatisierungstool in Sekunden erledigen könnte. Make vs Zapier ist dabei die meistgestellte Frage, wenn Unternehmer ihren ersten Schritt in die No-Code-Automatisierung wagen. Beide Plattformen versprechen, Ihre Business-Prozesse zu verbinden und zu automatisieren — doch sie verfolgen dabei grundlegend verschiedene Ansätze. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, welches Tool besser zu Ihrem KMU passt, wo die konkreten Unterschiede liegen und wie Sie die richtige Entscheidung treffen.


Make vs Zapier: Was sind die beiden Tools überhaupt?

Bevor der direkte Vergleich beginnt, lohnt sich ein kurzer Blick auf den Hintergrund der beiden Plattformen.

Zapier wurde 2011 in den USA gegründet und ist heute mit über 7.000 App-Integrationen die bekannteste Automatisierungsplattform weltweit. Das Prinzip ist simpel: Sie verknüpfen einen Auslöser (Trigger) mit einer Aktion — wenn in App A etwas passiert, tut App B etwas. Diese einfachen Zweischrittverbindungen nennt Zapier "Zaps".

Make (früher Integromat, seit 2022 umbenannt) kommt aus Tschechien und wurde 2012 gegründet. Make verfolgt einen visuellen, flussbaschrten Ansatz: Sie bauen buchstäblich Szenarien auf einer Arbeitsfläche, verbinden Module durch Linien und sehen in Echtzeit, wie Daten durch Ihren Workflow fließen. Das macht Make komplexer — aber auch deutlich mächtiger.

Beide Tools sind für No-Code und Low-Code Automatisierung ausgelegt und erfordern keine Programmierkenntnisse für Basisaufgaben.


Benutzerfreundlichkeit: Wer hat die flachere Lernkurve?

Zapier: Einfachheit als Kernprinzip

Zapier setzt konsequent auf maximale Einfachheit. Neue Nutzer erstellen ihren ersten Zap typischerweise in unter fünf Minuten. Die Oberfläche führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess: Trigger-App wählen, Auslöseereignis definieren, Ziel-App wählen, Aktion festlegen — fertig.

Diese Stärke ist gleichzeitig eine Schwäche: Sobald Sie komplexere Logiken benötigen (Verzweigungen, Schleifen, Fehlerbehandlung), stoßen Sie schnell an Grenzen. Jede Bedingung kostet zusätzliche Schritte und macht den Überblick schwerer.

Geeignet für: Teams ohne technischen Hintergrund, einfache App-zu-App-Verbindungen, schnelle Einführung ohne Schulungsaufwand.

Make: Visuell, aber lernintensiv

Make's visueller Canvas ist beeindruckend — und zunächst einschüchternd. Statt linearer Schritt-für-Schritt-Führung sehen Sie ein Flussdiagramm, das Sie selbst aufbauen. Router, Iterator, Aggregator — Fachbegriffe, die Einsteiger zunächst verwirren.

Nach einer Einarbeitungszeit von ein bis zwei Wochen offenbart sich jedoch das volle Potenzial: Fehlerbehandlung, parallele Pfade, Datentransformationen und komplexe Schleifen lassen sich intuitiv visualisieren. Was in Zapier zehn verschachtelte Zaps erfordern würde, löst Make in einem einzigen übersichtlichen Szenario.

Geeignet für: Teams mit etwas technischem Verständnis, komplexe Multi-Step-Workflows, Projekte, bei denen Datentransformationen eine Rolle spielen.


Integrationen im Vergleich: Quantität vs. Qualität

Hier zeigt sich einer der deutlichsten Unterschiede im Make vs Zapier Vergleich.

Zapier bietet über 7.000 App-Integrationen — mehr als jede andere Plattform auf dem Markt. Für deutsche KMU bedeutet das: Von DATEV über Salesforce bis hin zu nischigen SaaS-Tools ist fast alles abgedeckt. Wer ein wenig bekanntes Tool integrieren muss, wird bei Zapier mit höherer Wahrscheinlichkeit fündig.

Make kommt auf rund 1.500 native Integrationen, punktet aber mit einem entscheidenden Vorteil: Die Integrationen sind tiefer. Während Zapier oft nur Basis-Trigger und -Aktionen anbietet, ermöglicht Make den Zugriff auf deutlich mehr Felder, Endpunkte und API-Funktionen einer App. Zusätzlich erlaubt Make nahezu universellen Zugriff über den integrierten HTTP/Webhook-Modul — damit lassen sich faktisch beliebige APIs anbinden, auch wenn keine native Integration existiert.

Für die meisten deutschen KMU mit gängigen Tool-Stacks (HubSpot, Shopify, Google Workspace, Slack, Notion) sind beide Plattformen gut gerüstet.


Preismodelle: Was kostet Make und Zapier wirklich?

Die Kostenstruktur ist einer der wichtigsten Entscheidungsfaktoren — und hier gibt es erhebliche Unterschiede.

Zapier Preismodell

Zapier rechnet nach Tasks ab: Jede ausgeführte Aktion in einem Zap zählt als ein Task.

Problem bei Zapier: Bei komplexen Workflows mit vielen Schritten summieren sich die Tasks schnell. Ein Workflow mit 5 Aktionen kostet 5 Tasks pro Ausführung — das wird bei hohem Volumen teuer.

Make Preismodell

Make berechnet nach Operationen: Jedes verarbeitete Modul zählt als eine Operation.

Kostenvorteil Make: Make ist bei vergleichbarer Nutzung deutlich günstiger als Zapier. Für ein KMU, das monatlich mehrere tausend Workflow-Ausführungen benötigt, kann der Kostenunterschied schnell bei 30–80 € pro Monat liegen — oder mehr.


Datentransformation und Logik: Wo Make glänzt

In diesem Bereich ist der Make vs Zapier Vergleich besonders eindeutig: Make ist der klare Gewinner für komplexe Datenverarbeitung.

Make bietet:

Zapier hat in den letzten Jahren aufgeholt und bietet mit Paths, Filter und Formatter auch Logik-Funktionen — diese wirken jedoch im Vergleich wie Flickwerk. Wer wirklich komplexe Datentransformationen braucht, kommt bei Zapier schnell an Grenzen oder muss auf kostenpflichtige Code-Steps (Python/JavaScript) zurückgreifen.


Typische Einsatzszenarien für KMU

Szenarien, in denen Zapier die bessere Wahl ist

1. Einfache CRM-Synchronisierung: Neuer Kontakt in Typeform → automatisch in HubSpot anlegen

2. Social-Media-Automatisierung: Neuer Blogpost → automatisch auf LinkedIn und Twitter teilen

3. Benachrichtigungen: Neue Bestellung in Shopify → Slack-Nachricht an das Team

4. Schnelle Prototypen: Sie möchten eine Automation innerhalb von 10 Minuten testen

Szenarien, in denen Make die bessere Wahl ist

1. Komplexe Datenmigration: Bestelldaten aus Shopify aufbereiten, transformieren und in ein ERP-System übertragen

2. API-Anbindungen ohne native Integration: Eigene Software oder nischige Tools über HTTP-Requests anbinden

3. Mehrstufige Genehmigungsprozesse: Dokument eingereicht → Prüfung → Benachrichtigung → CRM-Update → E-Mail-Bestätigung

4. Regelmäßige Datenverarbeitung in Batches: Täglich CSV-Exporte verarbeiten, bereinigen und weiterleiten

5. Kostenoptimierung bei hohem Volumen: Wenn Sie hunderte oder tausende Workflow-Ausführungen täglich benötigen


Sicherheit und DSGVO: Was deutsche KMU beachten müssen

Für deutsche Unternehmen ist die DSGVO-Konformität kein optionales Feature, sondern Pflicht. Beide Plattformen haben sich hier in den letzten Jahren verbessert.

Zapier ist US-amerikanisch und verarbeitet Daten primär auf US-Servern, bietet aber seit 2023 für Enterprise-Kunden EU-Datenhosting an. Für Freelancer und kleine KMU im kostengünstigen Tarif bleibt die Datenlage kritischer.

Make hat europäische Wurzeln und betreibt seine Server in der EU (Frankfurt). Für viele deutsche KMU ist das ein entscheidendes Argument — insbesondere wenn personenbezogene Kundendaten durch die Workflows fließen (z. B. Kontaktformular-Daten, Bestellinformationen).

Empfehlung: Klären Sie immer mit Ihrem Datenschutzbeauftragten, welche Daten durch Automationen fließen. Nutzen Sie für sensible Daten Make mit EU-Serverstandort oder prüfen Sie On-Premise-Alternativen wie n8n.

Wenn Sie grundlegende Fragen zur sicheren Verwaltung von API-Verbindungen haben, finden Sie weitere Informationen in unserem Blog zu IT-Sicherheit und API-Strategien für KMU.


Make vs Zapier: Entscheidungsmatrix für KMU

| Kriterium | Make | Zapier |

|---|---|---|

| Einstiegshürde | Mittel | Niedrig |

| Komplexe Workflows | ✅ Stark | ⚠️ Eingeschränkt |

| App-Integrationen | ~1.500 | ~7.000 |

| Preis-Leistung | ✅ Besser | ⚠️ Teurer |

| DSGVO / EU-Server | ✅ EU-Server | ⚠️ Primär US |

| Datentransformation | ✅ Sehr stark | ⚠️ Begrenzt |

| Schnelle Einrichtung | ⚠️ Lernkurve | ✅ Sehr schnell |

| Community & Ressourcen | Gut | Sehr gut |


Unser Fazit: Welches Tool empfehlen wir?

Nach dem ausführlichen Make vs Zapier Vergleich lautet unsere klare Empfehlung:

Wählen Sie Zapier, wenn:

Wählen Sie Make, wenn:

Für die Mehrheit der deutschen KMU mit einem realistischen Blick auf Kosten, Datenschutz und mittelfristige Automatisierungsambitionen ist Make die stärkere Wahl. Wer jedoch sofort starten will und einfache Verbindungen benötigt, fährt mit Zapier schneller ans Ziel.

In jedem Fall gilt: Das beste Tool ist das, das tatsächlich genutzt wird. Testen Sie beide Plattformen im kostenlosen Tarif und validieren Sie Ihren konkreten Use Case, bevor Sie ein bezahltes Abonnement abschließen.

Wenn Sie Unterstützung bei der Auswahl, Konfiguration oder Integration von Automatisierungstools in Ihre bestehende IT-Infrastruktur benötigen, stehen Ihnen die Experten von Pilecode gerne zur Seite. Sprechen Sie uns über das Kontaktformular direkt an.


Jetzt kostenloses Erstgespräch vereinbaren →


Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Jetzt Kontakt aufnehmen.